Nachtgeschichten69

Der Grufti

Eingesendet von hinterdenreihen 01.04.2026 1 Aufrufe

Mein damaliger Bekannter brachte ihn mit. Da stand er. Ein Riese, fast 1,90 m, schwarz und finster,

mit Nieten und Leder am Halsband und einem langen schwarzen Kutschermantel. Noch nie hatte

ich so einen Menschen aus der Nähe gesehen und in dem Moment, als wir uns begrüßten und

ansahen, war wohl auch meinem anderen Bekannten klar, dass er uns wohl nicht hätte vorstellen

dürfen. Der Riese war nett, zuvorkommend und wirklich ein bisschen gruselig. Und grade das war

es, was mich an ihm anzog. Als wir uns ein paar Wochen später trafen, und er in meine Wohnung

kam, nahm er den ganzen Raum nur durch seine Gegenwart ein. Lange haben wir auf der Terrasse

gesessen und uns unterhalten. Und es kam wie es kommen musste, wir landeten auf der Couch. Ich

weiß noch dass er mich von hinten nahm und sehr leidenschaftlich war, maskulin und nah. Er nahm

mich wie er mich begehrte, mit aller Heftigkeit. Ich genoss es und war wie in einem Nebel aus dem

ich nicht mehr entkam. An besonders viel erinnere ich mich nicht, aber der Gedanke an dieses

Treffen erregt mich bis heute. Und tatsächlich war der Sex jedes Mal wirklich das Treffen mehr als

wert. Leider war es nur körperlich und obgleich ich nichts davon bedauere, würde ich mich wohl

nicht erneut in diese Gefahr begeben, da guter Sex immer die Gefahr einer Abhängigkeit birgt.

Mein Vermieter sprach mich später an, und fragte mich nach ihm, ob er wieder käme. Ich verneinte

und sagte allenfalls als Bekannter. Er sagte, an diesem Tag sei seine Enkeltochter da gewesen und

sie habe gesagt, dass man einen Krankenwagen holen müsse, weil die Frau unten wohl so schreien

würde. Ich sollte wirklich auf dickere Wände achten, und er wohl auch. Aber soweit ich weiß, ist

das der Fall. Wir haben uns ab und zu noch gesehen, auch mit meinem späteren Lebensgefährten,

und es war nie seltsam oder distanziert. Manche Verbindungen bleiben eben – schon alleine wegen

dieser lustigen Episode danach. Der Vater der Kleinen soll übrigens wohl gesagt haben nein, dafür

brauche man keinen Krankenwagen. Ich wäre da nicht so sicher – spätestens wenn seine Verlobte

mich kennen lernt.

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